Städte und Orte in Nicaragua

Managua

Die Stadt wurde im 16. Jh. gegründet und 1858 zur Hauptstadt erklärt. 1937 wurde sie durch ein Großfeuer und 1972 durch ein Erdbeben schwer beschädigt. Auch der Hurrican „Mitch“ richtete 1988 schwere Verwüstungen an. Daher sind kaum sehenswerte ältere Bauten erhalten geblieben, jedoch versucht man die Ruinen von Kathedrale, Präsidentenpalast, Nationalpalast und dem Theater Ruben Dario wieder aufzubauen. Eines der wenigen Gebäude, das vom Erdbeben von 1972 verschont wurde, ist das Rubén Darío National Theater, das wichtigste Theater in Nicaragua und eines der modernsten in Mittelamerika. Die Stadt zählt etwa 1, 7 Mio. Einwohner und ist damit die größte Stadt Nicaraguas. Im Stadtbereich liegen vier Lagunen, die als Wasserreservoir dienen. In dem umgebenden grünen Hochland Nicaraguas kann man wandern und schöne Landschaften genießen.

Platz in Managua

Platz in Managua
© INTUR

León

Die ehemalige Hauptstadt hat 160.000 Einwohner und ist ein Zentrum für Zucker- und Erdnussanbau. Die Stadt wurde unter der Herrschaft der Spanier gegründet und besitzt noch zahlreiche Bauten aus der Kolonialzeit. Die Kathedrale ist einer der größten und ältesten von ganz Mittelamerika. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Museum Ortíz Gurdian mit klassischen und modernen Gemälden sowie das Wohnhaus des Lyrikers Rubén Dario, das zum Museum umgestaltet wurde. In der Nähe der Stadt befinden sich die Ruinen von León Viejo, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Ein Erdbeben und der Vulkanausbruch des Momotombo legten 1609 die Stadt in Schutt und Asche. Bei einer Bootstour durch das Naturreservat Juan Venado bietet sich die Gelegenheit, die Natur zu erkunden. Auf einer Länge von 20 km bildet tropischer Wald mit Mangroven den Lebensraum für eine artenreiche Tierwelt. Eine holprige Straße führt aus der Stadt zum Vulkan Cerro Negro. Oben angekommen bietet sich bei klarer Sicht ein wunderbarer Ausblick auf die umliegenden Vulkane.

Kathedrale von León, Nicaragua

Kathedrale von León, Nicaragua
 

Masaya

Der Vulkan Masaya liegt in Süden Nicaraguas und befindet sich im Nationalpark Vulkan Masaya. Am Eingang des Nationalparks befindet sich ein kleines Museum, in dem man mehr über die Vulkane Zentralamerikas erfahren kann. Zum Gipfel des Vulkans gibt es mehrere Wanderwege. Der Wanderpfad "Sendero Los Coyotes" ist ein 1,5 km langer Weg, auf dem man mondähnliche Formationen, Krater und verschiedene Tiere sehen kann. Auf dem "El Comalito" - Weg gibt es eine vulkanische Grotte mit Fumarolen. Vom Gipfel des Vulkans aus bietet sich eine wunderschöne Aussicht auf die Laguna de Masaya und ihre Umgebung. Es ist kaum vorstellbar, aber in diesem aktiven Krater lebt tatsächlich eine Vogelart, der scheinbar die Dämpfe des Vulkans nichts ausmachen. In der direkten Umgebung liegt eine gleichnamige Stadt, die vor allem für ihre zahlreichen bunten Märkte bekannt ist. Westlich vom Vulkan Masaya, zwischen Granada und Managua, liegt das Naturreservat Chocoyero/El Brujo.

Der Santiago-Krater, Nationalpark Vulkan Masaya

Der Santiago-Krater, Nationalpark Vulkan Masaya
© Southern Sky Tours

Nicaraguasee

Der Nicaraguasee liegt im Südwesten von Nicaragua an der Staatsgrenze zu Costa Rica und ist der größte See in Mittelamerika. Im See gibt es insgesamt mehr als 400 Inseln, die größten sind Zapatera im Norden und Ometepe im Zentrum des Sees. Ometepe ist mit etwa 270 km² weltweit die größte vulkanische Insel in einem Süßwassersee. Die Insel bietet viele Möglichkeiten für tolle Ausflüge: Die Vulkane Maderas und Concepción eignen sich für Wanderungen, die Umgebung kann man vom Pferderücken aus bewundern oder Fahrräder mieten, zum Wasserfall San Ramón wandern oder einfach nur den schönen Strand von Santo Domingo genießen. Eine Besonderheit der Insel ist gerade die unterschiedliche Art von Sandstränden: Zum einen begegnet man schwarzem Sand aus Vulkangestein, zum anderen kann man am Playa Santo Domingo, auf dem Isthmus zwischen den beiden Vulkanen, fast den typischen Charakter karibischer Sandstrände genießen.

Blick vom Nicaraguasee auf die Insel Ometepe mit Vulkan

Blick vom Nicaraguasee auf die Insel Ometepe mit Vulkan
 

San Juan del Sur

San Juan del Sur ist ein Fischerdörfchen im Südwesten Nicaraguas, das mittlerweile ein Touristenort geworden ist, aber seinen originalen Charme bewahrt hat. Das ruhige Fischerdörfchen liegt in einer hufeisenförmigen Bucht und zieht vor allem Surfer an, die von San Juan del Sur aus ein paar Kilometer nördlich nach Majagual fahren, um in der dortigen Bucht die Wellen des Pazifiks auszunutzen. In dieser angenehmen und traumhaft schönen Umgebung lässt sich der Strand und das Meer in vollen Zügen genießen. San Juan del Sur bietet zahlreiche Strände, an deren Promenaden viele Restaurants liegen, die auf Meeresfrüchte spezialisiert sind. Es gibt eine kleine Markthalle und zahlreiche Unterkünfte, Busse fahren nach Rivas und El Ostional. Je nach Jahreszeit gibt es auch die Möglichkeit, etwas über die Schildkröten zu lernen, die ganz in der Nähe jedes Jahr ihre Eier am Strand ablegen.

Auswildern der frisch geschlüpften Babyschildkröten

Auswildern der frisch geschlüpften Babyschildkröten
 

Región Autónoma Atlantico Norte

Eines der beiden größten Departements Nicaraguas ist die Región Autónoma Atlantico Norte (R.A.A.N.), im Norden an der Atlantikküste gelegen. Das Land besitzt hier paradiesische Küsten mit roten Korallenriffen, traumhaften Buchten und farbigen Lagunen. Das Landesinnere zeichnet sich durch flache Hügel und tropischen Urwald aus, in dem viele verschiedene Stämme und Kulturen beheimatet sind. Jedes dieser Völker besitzt eigene Bräuche und Traditionen, die sie Besuchern gerne vermitteln. Aufgrund dieser großen Vielfalt ist auch das Speisenangebot in der R.A.A.N. so unterschiedlich und abwechslungsreich. Hier können viele sportliche Aktivitäten, wie Tauchen, Angeln oder Schnorcheln unternommen werden. Äußerst lohnenswert ist auch eine Bootstour zu den Miskito Keys. Das Inselarchipel 80 Kilometer vor der Küste Nicaraguas steht unter dem Schutz der UNESCO. Dieses Paradies besteht aus endlosen Traumstränden in der türkisfarbenen Karibik und die bunten Korallenriffe mit regenbogenfarbenen Fischen versetzen jeden Taucher ins Staunen. Mitten im Meer haben die einheimischen Fischer Hütten auf Bambusstelzen gebaut, von denen aus sie in der See fischen. Auf dem Archipel lebt außerdem eine riesengroße Schildkrötenkolonie und es gibt zahlreiche seltene Vogelarten.

Surfer Nicaragua

Surfer Nicaragua
© INTUR

Región Autónoma Atlántico Sur

Südlich der R.A.A.N. liegt die Región Autónoma Atlántico Sur, kurz R.A.A.S. Es ist das größte Departement des Landes und seine Bewohner stammen hauptsächlich von Eingeborenen oder Einwanderern aus afrikanischen Karibikländern ab. Hier ist es relativ regnerisch bei konstant angenehmen Temperaturen. Auf zahlreichen bunten Kunsthandwerkermärkten kann man sehr schöne Arbeiten erstehen. Die Region ist bestens für Wanderungen, sowie zur Beobachtung von Pflanzen, Vögeln und vor allem nachtaktiven Tieren geeignet. Wunderschön sind die Strände von Corn Island, zwei Inseln etwa 70 Kilometer vor der Küste. Hier kann man besonders gute Fischgerichte und Meeresfrüchte, direkt und fangfrisch aus dem Meer, probieren.

Palmenstrand von Little Corn Island

Palmenstrand von Little Corn Island